Mittwoch, 23. Dezember 2015

Pilgern auf dem St. Jakobusweg von St. Jean-Pied-de-Port/Frankreich nach Burgos/Spanien



Pilgern auf dem St. Jakobusweg von St. Jean-Pied-de-Port/Frankreich nach Burgos/Spanien
09.06.-23.06.2015
Dienstag, 09.06.2015
- Ich mache mich auf den Weg –
Wir treffen uns am 09.06.2015 um 5:00 Uhr im Kloster St. Ottilien vor dem Exerzitienhaus am Kreuz. Zusammen singen wir das Lied „heiliger Jakobus“, beten gemeinsam, erhalten von Pater Augustinus die Pilger-Muschel und den Pilgersegen.
Die geplante Abfahrt um 5:30 Uhr verzögert sich um 1, 5 Stunden, da Bruder Stephan, unser Fahrer zum Flughafen, sich verspätet. Damit ist der geplante Flug nach Pamplona über Madrid weg.
Pater Augustinus und Gerald organisieren einen späteren Flug um 12:10 Uhr über Madrid nach Pamplona. Geplante Ankunft in Pamplona ist 17:15 Uhr; damit ist der letzte Bus nach St Jean-Pied-de- Port auch weg. Die Weitereise dorthin ist um 15:25 Uhr auf dem Flughafen Madrid noch nicht geklärt.
Zwei unserer Mitpilger, die in München auf dem Flughafen auf die Hauptgruppe warteten, sind pünktlich vorgeflogen und versuchen von Pamplona aus eine Busverbindung nach St. Jean-Pied-de-Port zu organisieren. Es war den vorgereisten Pilgerbrüdern jedoch nicht möglich noch eine Busverbindung aufzutun.
So fuhr die Hauptgruppe, die verbliebenen 10, auf 3 Taxis verteilt die knapp 80 km von Pamplona nach St. Jean-Pied-de Port. Ankunft dann so gegen 19:30 Uhr.
Die Herren Siegfried und Peter, die Vorgereisten, besorgten unterdessen die Verpflegung für den 1. „Wandertag“ am 10.06.2015. Wunderbare Baguette-Brötchen mit Wurst, Tomaten und Gurken.
In einem gemütlichen Restaurant fand bei einem guten Essen und Wein der Abschluss eines ereignisreichen Tages statt.
Nach einem kurzen Rundgang durch St. Jean-Pied-de-Port kehrten wir um 22 Uhr zur Nachtruhe in die Herberge zurück.
Lothar Mehlem
Mittwoch, 10.06.2015
1. Pilgertag von St. Jean-Pied-de-Port (über die Pyrenäen) nach Roncesvalles (25 km)
Morgens, 6:30 Uhr, es regnet wie aus Kübeln geschüttet. Die größte Herausforderung auf die wir uns so gefreut haben, die Route Napoleon, fiel somit buchstäblich ins Wasser.
Nach unserem Frühstück gingen wir trotz Regens frohgemut über die „Winterroute-Valcarlos“ los. Gegen Mittag hat Petrus Erbarmen mit uns, es hat aufgehört zu regnen. Es war doch noch möglich, weg von der Landstraße durch Wald und Wiesen zu pilgern. Nach großen Anstrengungen erreichen wir die Kapelle auf der Ibañeta-Passhöhe von 1057 m. Nach kurzem Abstieg erreichen wir die Herberge in der alten Augustinerabtei Orrega/Roncesvalles.
Schnell sind wir aus den nassen Kleidern geschlüpft und unter die heiße Dusche gehüpft.
In der anschließenden Pilgerrunde, suchte sich jeder ein passendes Wege-Wort für die Pilgerreise aus und teilte uns dazu seine Gedanken mit.
Nach einem guten Essen war die Pilgermesse in der alten Abteikirche mit mehreren Priestern (Pater Augustinus war einer von ihnen) und der ersten und sechsten Strophe des Liedes „heilger Jakobus“, gesungen von unsere Gruppe für die andern Pilger, der krönende Abschluss des ersten Pilgertages.
Brigitte Dressler und Agnes Hirsch
Donnerstag, 11.06.2015
2. Pilgertag von Roncesvalles-Orrega nach Zubiri (23 km)
Der Tag startete, wie der gestrige endete: Regen.
Nach einer kurzen Morgenandacht starten wir um 6:45 Uhr, wie gewohnt, eingehüllt in unsere Regenkleidung.
Ein bei Sonnenschein sicherlich wunderschöner Weg führt uns nach Auritz/Burguete, wo wir einkaufen und Kaffee trinken. Netterweise durften wir unsere Baguettes dort im Trockenen belegen.
Es regnet immer noch, nein es schüttet, kübelt, gießt wie aus Eimern! Kurz vor Biskarret/Gerendian hört es endlich auf zu regnen, so dass wir dort bei einer Bar draußen Pause machen und unser Regenzeug zum Trocknen auf einen Zaun legen können. Bei Sonnenschein und rasch ansteigenden Temperaturen „erklimmen“ wir den Pass Alto de Erro (801 m). Ich weiß nicht mehr wann und wo, aber es fing wieder an zu regnen. Einen Vorteil hat der Regen, er lenkt total vom Gewicht des Rucksacks ab.
Über einen langen und steil abwärts führenden Hohlweg verlassen wir unsere Höhe und kommen in Zubiri an. Wir überqueren über die Puente de la Rabia (Brücke der Tollwut) den Rio Arga und erreichen unsere Herberge Albergue Zaldiko. Klein, aber sauber. Alles in Allem wäre der heutige Tag sicherlich eine Augenweide gewesen, landschaftlich wunderschön.
Ach ja, einmal mussten wir den Original-Jakobsweg verlassen. Ein Fluss hatte auf Grund des wahnsinnigen Regens so viel Wasser, dass der Weg einfach untergegangen war.
Nachdem wir in der Herberge unsere Sachen gewaschen und getrocknet haben, feierten wir in einem Restaurant eine wunderschöne Tischmesse. Im Anschluss gab es nicht nur ein total leckeres Essen, sondern auch die eine oder andere Choreinlage für ein Geburtstagskind und die restlichen Gäste.
Nicht genug, unser Männerchor musste dann später noch auf der Tollwutbrücke für ein paar Texanerinnen ein paar Lieder singen.
Wir gehen alle total glücklich nach einem begegnungsreichen Tag ins Bett.
Das alles ist einfach der CAMINO!
Simone Leiendecker
Freitag, 12.06.2015
3. Pilgertag von Zubiri nach Pamplona (21 km)
Als wir um 6:30 Uhr vor unser Herberge Albergue Zaldiko und zum Gebet aufstellten, war ein jeder überrasch an diesem Morgen. Trockene Straßen, ein kühles Lüftchen, Nebelschleier, die sich schon auflösten. Das war ein neues Gefühl und ließ Hoffnung aufkommen für diesen Tag.
Pater Augustinus erläuterte uns zum Thema „Begegnung“ sich auf den Anderen einzulassen, ihm zuzuhören und seine Sorgen und Probleme zu teilen und so zum Nächsten zu werden.
Ein gutes Frühstück in einer Bar um die Ecke und der Pilgerweg konnte angegangen werden. Bergauf-bergab durch dampfende Wiesen und Wälder, vorbei an grasenden Kühen, Pferden und Schafen in einer erwachenden Natur, wie sie schöner nicht sein könnte. Die Sonne zeigte sich erstmals von ihrer besten Seite und wir dankten Gott ein weiteres Mal bei der Mittagspause für so viel Güte und Barmherzigkeit.
Wir pilgerten entlang des Flusses Rio Arga, sahen Fischer, Pilger und Handwerker, die gut gelaunt ihrer Tätigkeit nachgingen.
Über eine mittelalterliche Steinbrücke erreichten wir Trinidad de Arre und dankten wiederum in einer kleinen Klosterkirche für diesen herrlichen Tag in Gottes freie Natur.
Jetzt war es nur noch eine dreiviertel Stunde bis Pamplona zum Hostel Aloha. Ein freundlicher Empfang und im Nu waren die Zimmer verteilt.
Um 18:00 Uhr gingen wir gemeinsam zur Kathedrale, um an einem Seitenaltar mit P. Augustinus die heilige Messe zu feiern. In seiner Predigt weist er auf die Aussendung der heiligen 12 Apostel hin. Die ähnlich wie wir, sich in fremden Ländern beweisen mussten. Der Tag endete mit einem köstlichen Pilgermenu im Café Iruña bei beste Stimmung und Gelassenheit.
Mit einem abendlichen Bummel durch Pamplona, auf der Calle Estafeta durch die, während des San Firmino-Festes, die Stiere und Stierläufer in Richtung Stierkampfarena rennen, vorbei am barocken Rathaus durch schier unübersehbare Menschenmengen klang der dritte Pilgertag aus.
Siegfried Heichele
Samstag, 13.06.2015
4. Pilgertag von Pamplona nach Puente r la Reina (21 km)
Der Tag begann um 6 Uhr in der Herberge Aloah mit dem Frühstück.
Nach dem Morgengebet wurde zum Aufbruch gestartet. Durch die Straßen der Altstadt an der Universität von Navarra vorbei ging es in Richtung Cizur Meno. Der Weg wurde immer schöner und wir wanderten durch Getreidefelder nach Zariquiegui. In der Kirche gab es den Pilgerstempel. Wir sangen ein Lied und beteten für uns und unsere Mitmenschen. Weiter ging es bei Sonne schein und ansteigendem Weg mit Blick auf den Windpark auf den 753 m hohen gelegenen Pass Alto del Perdón. Erfreulich war dass die ganze Gruppe den Aufstieg von 300 Hm toll gemeistert hat.
Auf der Passhöhe erinnert ein Gedenkstein an die Kapelle und das Pilgerhospital Nuestra Señora del Perdón. Daneben haben Navarras Jakobsfreunde 1996 eine Pilger/Karawanenskulptur errichtet. Die Skulpturen wurden auch von uns zum Fotografieren benutzt.
Nach 30 Minuten Pause wurde der Weg Richtung Uterga auf 485 Hm fortgesetzt. Der Abstieg war, wie es sich für Pilger gehört, ziemlich steinig. Kurz vor Uterga beteten wir an einer schönen Marienfigur den „Engel des Herrn“.
Der Weg führte uns an Uterga vorbei nach Obanes. Hier machten wir in Café Nogales eine längere Pause, was jedem gut tat. Bei gutem Kaffee und anderen Getränken erholten wir uns wieder. Nach einer Stunde Pause nahmen wir die letzten 4 km nach Puente la Reina, wo wir um 14:30 Uhr in der Herberge Hotel Jakue ankamen.
Die Pause bis 18 Uhr wurde zur Erholung, Körperpflegen und Wäsche waschen genutzt. Dann hielt Pater Augustinus in der Bibliothek des Hotels einen eindrucksvollen Gottesdienst. Anschließend klang der Abend bei gutem Essen aus. Es gab ein tolles Vorspeisenbuffet und guter Wein trug zur guten Stimmung bei.
Um 10 Uhr gingen wir alle müde und glücklich ins Bett.
Annelies und Schorsch Hirtelreiter
Sonntag, 14. 06. 2015
5. Pilgertag von Puente la Reina nach Estella (ca. 20 km)
Wir übernachteten in der Albergue Jakue. Um 6 Uhr gab es Frühstück und danach Andacht an der Jakobusfigur an der Herberge.
Das Tagesthema heute war „achtsam in der Welt sein“. Das heißt achtsam sein mit uns, mit mir und der Umwelt.
Unser Pilgerweg führt uns durch malerische Gassen von Puente la Reina. Von einem Kamin begrüßte uns ein Storchenpaar. Bei strahlendem Sonnenschein überquerten wir die steinerne Brücke aus dem 11 Jahrhundert. Sie wurde von der Königin erbauen lassen, um den Pilgern die beschwerliche Überquerung des Rio Arga zu erleichtern.
Schweigend am Arga entlang ging es dann steil bergauf zum Ort Mañeru. Wir sahen von oben eine Weltkarte aus Sträuchern im Feld geformt. Getreide- und Weinfelder säumten unseren Weg. Der Blick auf Cirauqui war überwältigend. In diesem Ort kauften wir unseren Proviant für den Tag.
Der Überblick über die Gegend war sehr schön und um 10:45 haben wir an einer alten Brücke Pause gemacht.
Gut gestärkt ging es wieder bergauf. Der Jakobsweg verlief sehr abwechslungsreich, mal auf breiten steinigen, mal auf schmalen Wegen.
In Villatuerta fanden wir einen Platz mit Brunnen, so hatte sich jeder die Hände erfrischt und Lothar auch noch den Kopf.
Hier konnten wir von 13 - 13:45 Uhr unsere Sonntagsmesse feiern.
Es war schwül und es sah nach Gewitter aus, doch wir kommen gut und trocken in Estella in der Jugendherberge Oncineda an.
Da wir um 15 Uhr in der Herberge waren, konnten wir uns ausgiebig auszuruhen, bis wir um 19:30 Uhr Abendessen hatten.
Mit einem Marienlied beschlossen wir diesen Pilgertag.
Marianne Kachelriß und BrigitteDressler
Montag, 15.06.2015
6. Pilgertag von Estella nach Sansol (30 km)
Heute geht es nach Sansol. Ein bisschen Ehrfurcht haben wir vor dieser Etappe. Sie starten mit einem Anstieg von ca. 300 Hm und dürfte insgesamt ca. 30 km lang sein. Das Wetter spielt jedoch mit. Wir hatten Sonnenschein, aber es war nicht zu warm.
Wie gewohnt starteten wir um 7 Uhr schweigend für eine Stunde. Der Anstieg lief durch ein stark bewaldetes Gebiet. In der Nacht gab es Gewitter und die Luft war sehr angenehm. Der Weg führte uns am Kloster Irache vorbei. Dort ist eine Weinquelle, die den Pilgern den Weg erleichtern soll.
Irgendwann machte sich die Ebene auf mit riesigen Weizen- und Haferfeldern, dazwischen Weinberge und sogar Spargelfelder. Es ging km-lang an den Feldern vorbei. Man hatte das Gefühl, durch eine verlassene Gegend zu laufen. Kein Haus, kein Geschäft, keine Menschenseele auf den Feldern. Nur der Pilgerweg, auf dem wir immer wieder „alte Bekannte“ trafen. Die zwei französischen Damen, das japanische Pärchen oder Aloys. Er hat sich für heute unserer Gruppe angeschlossen.
Einen Zwischenstopp legten wir in Los Arcos ein und besuchten die beeindruckende „Iglesia de Santa Maria“ (12. -18. Jh.). Dort gab es unsere leckeren Sandwiches. In der Kirche durften wir keinen Gottesdienst feiern. Wir sangen eben „Großer Gott wir loben Dich“. Das war auch sehr schön.
Der Weg nach Sansol war hart, es ging gut 2 Stunden lang wieder durch die nicht endende Ebene.
Glücklich kamen wir in Sansol an. Duschen, Wäsche waschen und dann im Garten ein Bier, herrlich!
Um 18 Uhr feierten wir in der Herberge (mit einer Südkoreanerin als Gast) Gottesdienst. Auch das Abendessen gab es dort.
Ein herrlicher Tag!
Peter Franz
Dienstag, 16.06.2015
7. Pilgertag von Sansol nach Logroño (21 km)
Der Start war einigermaßen ungeordnet, denn im Dunkeln suchten wir unsere Sachen zusammen, um die Rucksäcke zu packen, was eigentlich nach dem Frühstück geschehen sollte, um andere Pilger nicht im Schlaf zu stören. Das war die Ansage des Vorabends. Einer fing an und es entwickelte sich eine „Gruppendynamik“.
Um 6 Uhr gab es Frühstück, danach Morgenandacht und um 7 Uhr ging es in der Morgenfrische los. Der Himmel war teilweise bewölkt, teilweise aber schien die Sonne, was ein wunderbares Licht hervorzauberte.
Gegenüber den vorhergegangenen Tagen fanden wir eine veränderte Landschaft vor. Die weiten Getreidefelder Navarras gingen in die Weinlandschaft der autonomen Provinz Rioja über.
Der Weg passte zu dem von uns öfters gesungen Lied „Wechselnde Pfade, Schatten und Licht“ (und kräftigem Wind).
Wir kamen durch die kleine Stadt Viana, in der wir das Glück hatten, den Messner zu finden, der die Pfarrkirche aufschloss. Innen war sie prächtig, gotisch, aber mit barockem Hochaltar. Der Stil der Säulen war deutlich unterschiedlich zu denen in Navarra.
Wir konnten die Messe dort feiern. Der Messner war erst etwas zögerlich, das zu gestatten. Als er aber merkte, dass P. Augustinus alles Nötige dabei hatte, wurde er milder, um nicht zu sagen freundlich.
Draußen wehte ein starker, kalter Wind und bevor wir uns auf den Rest des Weges nach Logroño machten, gab es eine Runde Milchkaffee.
Guter Stimmung trafen wir in Logroño ein und nach der Überquerung des Rio Ebro fanden wir ganz schnell unsere Herberge.
Dort begann der Pilger Freizeit. Betten belegen, Wäsche waschen/trocknen, duschen, Füße cremen, umziehen.
Die gesamte Stadt Logroño hat den Charme einer großen Kaserne. Die Neubauviertel ähneln sehr Plattenbauten. Wir gingen aber los, um die historische Altstadt zu erkunden. Auf einem sehr schönen Platz saßen wir, beziehungsweise die meisten der Gruppe becherten noch etwas. Das war einfach gemütlich.
Jetzt warten wir auf das Abendessen, das hoffentlich so gut sein wird, wie an den Abenden zuvor.
Insgesamt war es ein erholsamer Tag, denn wir gingen nur 21 km.
Ingrid Dahlmanns
Mittwoch, 17.06.2015
8. Pilgertag von Logroño nach Nájera (31 km)
Tag acht auf dem Weg von St. Jean-Pied-de-Port nach Burgos.
Wecken um 5:30 Uhr. Die Herberge ist nicht der Renner gewesen. Nach einem kargen Frühstück brechen wir pünktlich um 6:45 Uhr auf nach Nájera. Das wird heute wohl die längste Etappe mit ca. 31-33 km sein.
Unser Pilgerfreund Aloys hat uns heute verlassen, nachdem er uns 2 Tage begleitet hat. Eigentlich hat er uns von Anfang an begleitet. Man sieht sich auf dem Weg ja andauernd, beziehungsweise man trifft sich unterwegs immer wieder. So verabschiedeten wir Aloys mit den Worten „wir sehen uns, bis später mal“.
Tja, und unser Peter hatte gestern in Logroño eine 5 kg schwere Wassermelone gekauft, die er in seinem Rucksack bis nach Navarrete mitschleppte. In Navarrete, vor der Kirche, gab es dann nach 13 km eine traurig-böse Überraschung. Die Wassermelone war schon angegoren und nicht mehr essbar. Somit hat Peter die Melone etwa 3 Stunden umsonst mitgeschleppt. Augustinus kaufte eine neue große Wassermelone, so dass jeder noch zu einem leckeren Stück davon kam.
Der Hochaltar der Kirche von Navarrete war total beeindruckend. In der Größe und mit so viel Prunk habe ich noch keinen Altar gesehen.
Weiter ging es dann in Richtung Nájera. In Ventosa vor der Kirche fanden wir einen schönen Platz, um Brotzeit zu machen. Um ca. 14:45 Uhr erreichten wir dann Nájera.
Der heutige Weg war lang, 31 km lang und ein großer Teil ging über Asphalt und über Geröllpiste. Beides war nicht sehr angenehm für Gelenke, Beine und Hüfte.
Alles in Allem war es ein schöner Tag, ein anstrengender Tag, aber nach einer Dusche und einer Dose San Miguel aus dem Automaten, ging es dann wieder. Um 18 Uhr war Treffen und anschließend gemeinsames Abendessen. Ich denke mal, dass die kommende Nacht alle gut schlafen werden.
Morgen wird es etwas ruhiger. Von Nájera bis Sto. Domingo de Calzada sind es dann „nur 21 km“. Damit wird Tag acht beendet.
Lothar Mehlem
Donnerstag, 18.06.2015
9. Pilgertag von Nájera nach Santo Domingo de Calzada (20,6 km)
Wie gewohnt sind wir um 5:30 Uhr aufgestanden. Nach einem kleinen Frühstück in einer Bar ging es los.
Unser heutiger Weg führt uns zunächst durch endlose Weinberge mit tollem Blick bis zum Horizont.
Danach wechselte die Landschaft und wir wanderten durch schier endlose Getreidefelder.
Nachdem wir eine Geisterstadt rund um einen Golfplatz durchquert haben, kommen wir nach Ciriñuela und kehren dort in der einzigen Bar ein. Nach einer leckeren Stärkung geht es weiter.
Die Landschaft bleibt, Getreidefelder soweit das Auge reicht. Aber nicht langweilig, Ganz im Gegenteil. Da keine Monokultur betrieben wird, ist es ein einziges Farbenspiel bis zum Horizont.
Nur die Wege sind nicht gerade ermunternd – kerzengrade und nicht enden wollend. Nichts desto trotz haben wir die heutige Etappe „leichtfüßig“ bewältigt.
Leider bleibt der heutige Tag auch deshalb in Erinnerung, weil kurz vor Sto. Domingo de la Calzada ein spanischer Radfahrer vor unseren Augen verunglückte. Kurz zuvor hatte er uns noch fröhlich ein „Buen Camino“ zugerufen. Für ihn ist der Camino hier zu Ende. Er musste ins Krankenhaus. Wir sind alle sehr betroffen und sehen, wie schnell sich das Leben ändern kann.
Wir setzen unseren Weg fort und beten ein „Vater unser“ für ihn.
Etwas später erreichen wir das Monastero Cisterciense und beziehen unsere Unterkunft: Doppelzimmer, eigenes Bad und weiße Handtücher. Was für eine Überraschung!
Der Nachmittag steht zur freien Verfügung. Um 18 Uhr treffen wir uns wieder. Gemeinsam mit den Schwestern feiern wir um 18:30 Uhr die Vesper und anschließend in einer extra Kapelle des Klosters unser Heilige Messe.
Ein leckeres Essen bei den super netten Schwestern rundete diesen wunderbaren Tag ab.
Gute Nacht!
Simone Leiendecker
Freitag, 19.06.2015
10. Pilgertag von Sto. Domingo nach Belorado (ca. 24 km)
Um 6 Uhr Morgengebet in der schönen Herberge bei den Schwestern im Zisterzienserkloster. Ohne Frühstück sind wir um 6:30 Uhr bei schönem, kühlen Wetter in Sto. Domingo de la Calzada losgegangen.
Nach 1,5 Stunden an schönen Weizenfeldern und Feldern mit weißem Mohn vorbei, sind wir in Grañón angekommen. Hier gab es gutes Frühstück und wir haben gleich die Brote für den Mittag gemacht. Die Kirche war offen und wir haben ein Lied gesungen und gebetet.
Um 9 Uhr ging es wieder weiter. Nach eine halben Stunde kamen wir zum Übergang von La Rioja nach Castilien-Leon.
Nach einer weiteren halben Stunde erreichten wir Redecilla del Camino. In der Pfarrkirche ist ein romanisches Taufbecken aus dem 12. Jahrhundert. Aber leider war die Kirche geschlossen.
Bei der nächsten Trinkpause ließ Lothar eine Spruch los “jeder langt dem Anderen an den Sack, das ist pilgern”.
Bald darauf gehen wir durch das Dorf Castildelgado. Hier wurde im 11 Jh. der hl. Dominge de la Calzada geboren, der später die gleichnamige Stadt gründete.
Um 11:30 machten wir im Gelände eine halbe Stunde Mittagspause. Der Himmel hatte sich bewölkt und wir hatten noch c. 1,5 Stunden entlang einer Verkehrsstraße nach Belorado, unserem Tagesziel des zehnten Tages unseres Pilgerweges zu gehen.
In der Albergue Cuatro Cantones kamen wir gegen 13 Uhr an. Hier konnten wir uns noch schön ausruhen und danach duschen.
Um 18:30 Uhr war Messe in der Kirche Santa Maria. Der Tagesimpuls war: Wir beten für uns und alle Menschen um Frieden.
Das Abendessen hatte P. Augustinus wieder gut ausgesucht.
Eine gute Nacht und „Buen Camino” für den nächsten Tag.
Marianne Kachelriß
Samstag 20.06.2015
11. Pilgertag von Belorado nach Agés (26 km)
6 Uhr Frühstück, danach Morgengebet. Das Thema des Tages lautet: „Schöpfung“.
Gegen 7 Uhr gehen wir los. Es ist wolkenlos, aber sehr kalt. Bald verlassen wir Belorado und unser Weg führt uns durch das weite Hügelland mit seinen endlos scheinenden Getreidefeldern.
Wir fanden das japanische Pärchen (auf Hochzeitsreise), welches wir immer wieder auf unserem Weg treffen.
Wir kommen durch die Orte Villambistia und Villafranca Montes de Oca. Schade dass die Kirche geschlossen ist. Oberhalb von Villafranca wird Brotzeit gemacht, damit wir den Aufstieg zum Puerto del la Pedraja gestärkt sind. Der Weg über die Gansberge (Montes de Oca) zum Pass ist malerisch. Er führt durch dunkelgrüne Eichen- und Kiefernwälder, die Schatte spenden, denn die Sonne meint es heute gut mit uns.
Auf der Passhöhe (1150 m) steht ein Gedenkstein, der an den spanischen Bürgerkrieg 1936 erinnert.
Es geht bergab, immer in Gottes schöner Natur. Der Weg wird von Heidekraut, Farnen und verschiedenen Blumen gesäumt.
Gegen Mittag legen wir eine große Pause ein und wir feiern unsere tägliche Heilige Messe im Freien.
Es geht sanft bergab und wir kommen an zwei alten, starken Eichenbäumen vorbei und erreichen kurz darauf die Kirche von San Juan de Ortega.
Ein guter Kaffee und ein frisches Getränk mundeten uns sehr.
Danach geht es weiter nach Agés.
Der heutige Pilgerweg und das Thema „Schöpfung“ waren voll im Einklang. Wie besuchten noch die Kirche in Agés und dankten für den wunderschönen Tag.
Brigitte Dressler und Agnes Hirsch
Sonntag, 21.06.2015
12. Pilgertag von Agés nach Burgos
Der Tag beginnt wie immer früh. Danach hielten wir Morgenandacht vor der Kirche von Agés.
Ein Storchenpaar hatte die rechte Ecke des Kirchturms besetzt, ließ sich aber von unserem Gebet und Gesang nicht aus dem Schlaf wecken.
Nach dem Frühstück in unserer Herberge ging es auf einem steinigen, Geröll-Weg Richtung Atapuerca. Auf einem Platz des Ortes steht ein Bronzedenkmal zur Erinnerung an die ersten Europäer, die in einer Höhlenlandschaft in der Nähe des Dorfes siedelten.
Über eine feste Staubstraße gingen wir bei strahlendem Wetter Richtung Burgos.
Schon um 8:15 sahen wir unser Ziel von weitem.
Gerald hat den „schöneren“, wenn auch etwas weiteren Weg um den Flughafen herum und am Ufer des Rio Arlanzón ausgewählt. Der war etwas weiter als der offiziell Ausgeschilderte durch das öde Industriegebiet der Stadt.
Um den Flughafens herum war es etwas langweilig, aber später lief Weg in einer Stadtpark-ähnlichen Grünanlage am Fluss entlang, die am Sonntagmorgen gut von den Bürgen der Stadt frequentiert wurde. Dort hatten wir eine erholsame Pause.
Um 12:20 Uhr standen wir vor der ungewöhnlichen Kathedrale von Burgos.
Mit Gesang und Gebet bedankten wir uns für den guten Verlauf unserer Pilgerwanderung. Trotz vieler kleiner Blessuren, besonders an den Füssen und Beinen, schafften wir es alle aus eigener Kraft anzukommen.
Nach kurzer Wanderung durch die Altstadt von Burgos erreichten wir unser Hotel, wo wir uns vor dem Bezug der Zimmer erst einmal eine Bier- und Tonicwasser-Pause gönnten. Es gab 2-Bett-Zimmer mit Bad. Welche Wohltat nach den Herbergen. Hier durften wir für 2 Nächte bleiben.
Ingrid Dahlmanns
Montag, 22.06.2015
- Der Abschlusstag auf dem Weg –
Endlich in einem richtigen Bett bis 8 Uhr ausschlafen. Das hat uns allen sehr gut getan. Frühstück gab es im Hotel.
Um 9 Uhr hat uns unsere Stadtführerin, Monsa (Montserrat), abgeholt. Eine sehr nette Spanierin, mit einem Akzent, in den wir uns sofort verliebten.
Gleich in der Nachbarschaft unseres Hotels startete die Führung am Johannestor. Eine weitere Station, dem ehemaligen Standort der Stierarena, erinnert nur noch ein großer Stier daran. Die Arena wurde aus der Stadt heraus verlegt und es entstand ein neues Stadtviertel. Durch die Altstadt schlenderten wir auf dem Jakobsweg zum Castello. Auf eine Anhöhe ist nur noch die Ruine des Königssitzes zu sehen. Das Castello wurde beim Abzug der Armeen Napoleons zerstört. Von dort hat man einen wunderbaren Fernblick auf die gesamte Stadt und die Kathedrale. Wir waren alle sehr beeindruckt und es war sicherlich ein weiterer Höhepunkt unserer Reise. Weiter ging es ca. 2 km zur Abtei Las Huelgas Reales. Das gotisch geprägte Kloster war einflussreich, mit finanzieller und weltlicher Macht ausgestattet. Heute ist es im Besitz der Stadt und es leben dort nur noch 30 Zisterzienser-Schwestern.
Über schöne Gartenanlagengingen gingen wir zurück in die Stadt zum Marientor. Dort kamen die Pilger in Burgos an und gingen, wie auch wir am Vortag, zur Kathedrale.
Nach zwei Stunden zur freien Verfügung (Tapas essen, Wein trinken, Siesta) trafen wir uns um 14 Uhr wieder unsere Führerin Monsa. Sie ging mit uns durch die Kathedrale, welche vom deutschen Baumeister Hans von Köln (Mitte 15 Jh.) erbaut wurde. Beauftragt hatten den Bau König Ferdinand III von Kastilien und Maurizio, Bischof von Burgos. An den Türmen ist die Ähnlichkeit mit dem Kölner Dom zu erkennen. Die gotische Kathedrale ist die Bischofskirche des Erzbistums Burgos und ist der Jungfrau Maria geweiht. Seit 1984 gehört sie zum UNESCO-Weltkulturerbe. Neben dem sehr schönen Hauptaltar beindruckten uns die 18 üppig dekorierten Kapellen. Im Jahr 1921 verlieh Papst Pius XI der Kathedrale den Titel „Basilica Minor“.
Um 17 Uhr feierten wir in der Kathedrale in der Kapelle Sancta Tecla Abschlussgottesdienst. Eine Stimmung der Traurigkeit über das Ende der Pilgerreise und der Freude auf zu Hause lag über der Messe.
In einem von Señora Monsa empfohlenem Restaurant ließen wir den Tag ausklingen.
Peter Franz
23.06.2015
Heimreise
Noch einmal konnten wir uns ausschlafen und um 9:15 Uhr gingen wir nach dem Frühstück und einem Morgengebet ca. 10 Min. zu Fuß zum Bus. Wir fuhren ca. 30 Min. zu dem außerhalb liegenden Bahnhof. Von dort aus ging es zwei Stunden mit einem bequemen Zug nach Madrid. Dort nahmen wir die U-Bahn und mussten noch einmal umsteigen bis wir am Flughafen Madrid angekommen waren. Nach einer etwas längeren Wartezeit startete unsere Flieger pünktlich um 19:45 Uhr von Madrid nach München. Dort wurden Marianne, Siegfried und Peter von ihren Familien abgeholt. Für die restlichen Pilger hat Augustinus seine Mitbrüder Br. Markus und Br. Alto mit Autos bestellt, um nach St. Ottilien zurückzufahren.
Peter Franz


Samstag, 28. November 2015

Wir sind Pilger auf der Suche nach Gott!



Tagebuch vom  Südost bayrischen Jakobsweg
Von St. Ottilien –Salzburg -  Bad  Reichenhall nach Traunstein
Vom 16.04. – 19.04.2015

      Der Auftakt 15/16.04. 2015
Für einige Teilnehmer begann es bereits am Vorabend  mit der Vesper in der Klosterkirche von St Ottilien und anschließendem gemeinsamen Abendessen im Emminger Hof. Da wegen des Gangs zum Bahnhof nach Geltendorf, auf Grund des zeitigen Abmarschs kein Frühstück im Exerzitienhaus möglich war, hatte Pater Augustinus in einem Gästezimmer des Klosters für Ersatz gesorgt. So gerüstet und mit  morgendlichem Sonnenschein eingestimmt traf man sich zur Abfahrt. Wie zu erwarten fanden sich einige bekannte Gesichter ein, mit den  „Unbekannten“ stellte sich nach dem Namenstausch rasch ein Gemeinschaftsgefühl ein, das mit dem
Morgenimpuls bestärkt wurde. Im Hbf. München war dann die Pilgergruppe für die Fahrt nach Salzburg vollzählig.
Besonders Eindrucksvoll zeigt sich im Verlauf  das schneebedeckte Alpenpanorama bei weiß – blauem Himmel: „ Gott mit Dir Du  Land der Bayern“
reichlich Sommerfrischler auf dem Weg zu sehen.
Die Stadtführung gestaltete sich sehr informativ und unterhaltsam, war mit reichlich „Salzburger
Schmäh untermalt, schließlich durch Stadtpflaster sowie auch Hitze anstrengend: Domplatz, Dom,Unser Salzburg Führer Aleksander
Mozartplatz, mit   dem Eckhaus als zeitweiligem Wohnsitz von Georg Trakl, Residenzplatz,
Getreidgasse, Mozarthaus seien als Merkpunkte zur Erinnerung genannt.
                                                                             
Stimmungsvoller Abschluss war der Gottesdienst in der Abteikirche St. Peter mit anschließender Kloster- Führung.
 Der Abend bot reichlich Gelegenheit beim gemeinsamen Abendessen und Gedankenaustausch den während des Nachmittags „aufgestauten“  Durst auszugleichen - und das nicht nur mit Grander Wasser.
Zusammenfassend: Ein gelungener Einstand für den kommenden Pilgerweg. (Ernst Eschborn)
Am 16.04.2015 starteten wir, 29 Pilgerinnen und Pilger, unter der geistlichen Begleitung von Pater Augustinus um 9.10 Uhr in Geltendorf mit dem Zug nach Salzburg.
 Vor der Abfahrt sangen wir das Lied „Vom Aufgang der Sonne …..“ und erhielten von Pater Augustinus den Pilgersegen. Als Zeichen unserer Gemeinschaft übergab er uns ein hölzernes Umhängekreuz – eine sehr schöne Geste.
Ein Großteil der Pilger kannte sich bereits von früheren Reisen; die Stimmung untereinander war von Beginn an besonders herzlich.
Salzburg
Wir bezogen unser erstes Quartier im Kolpinghaus; anschließend machten wir uns auf den Weg entlang der Salzach zum Dom.
Aufgrund des herrlichen Wetters genossen wir die traumhafte Gebirgs- und Stadtansicht (Mönchsberg, Festung Hohensalzburg, Müllner Pfarrkirche, Altstadtviertel, …).
Am Domplatz trafen wir Alexander (Stadtführer), der uns vorab auf die prachtvolle, aus weißem Marmor bestehende Fassade des Doms hinwies, die zur Festspielzeit als Kulisse für die Jedermann-
Aufführung dient. Anschließend Besichtigung des Salzburger Doms, der aus dem frühen Barock stammt und im Laufe seiner Geschichte mehrmals zerstört, wiederaufgebaut, vergrößert und erweitert wurde und heute ein Zeugnis von der Macht und Unabhängigkeit der Salzburger Erzbischöfe ablegt. Mozart wurde hier getauft und Joseph Mohr, der Textdichter von „Stille Nacht, heilige Nacht“.
Weiter ging es über den Residenzplatz (Erzbischof residiert hier) mit der größten barocken Brunnenanlage nördlich der Alpen.
Besonderes Flair: Pferdekutschen, die uns in dieser Altstadt in längst vergangene Zeiten versetzten.
Natürlich nicht fehlen durfte der Mozartplatz mit der Statue des berühmten Komponisten. Alexander erzählte uns, dass Mozart eigentlich zu seinem Geburtshaus blicken sollte. Nach dem Tod seiner Ehefrau Constanze, die damals noch in diesem Haus lebte, beschloss man allerdings, Mozarts Blick auf die Stadt Salzburg zu richten, also mit dem Rücken zum Geburtshaus. Unter dem Mozartplatz wurde anlässlich der Aufstellung ein großes römisches Mosaik geborgen, welches sich nun unterhalb der Statue befindet und auf dem in lateinisch steht: Hier wohnt das Glück, nichts Böses trete ein.
  Alexander verglich Mozart mit anderen Komponisten und kam zu dem Fazit: Trotz äußerst kurzer Lebenszeit Mozarts existiert von ihm eine gigantische Musiksammlung.
Vorbei am  großen Festspielhaus führte unser Rundgang durch die Altstadt an der Konditorei vorbei, die die Original-Mozartkugeln herstellt, welche lt. Alexander mit den herkömmlichen nicht zu vergleichen sind. Gleich gegenüber befindet sich das „Tomaselli“, das Cafe-Haus, in welchem Mozart gerne zu Gast war. Weiter ging es in die Getreidegasse, Salzburgs wohl berühmteste Einkaufsstraße. Die Bezeichnung der Getreidegasse hat eine eigenartige Wandlung durchgemacht von Trabe-, Trab-, Trav- Gasse (Traben des Pferdes) zu Trag-, Traid-, Getreid-Gasse, schließlich Getreidegasse. Die schmiedeisernen Zunftzeichen (ältesten: Schirme, Schneiderei), Altbauten und enge Straßen lassen das Gefühl aufkommen, das hier die Zeit stehen geblieben ist.
Nun durchquerten wir den Petersfriedhof   am Fuße der Burg und staunten über die Felswand mit den Katakomben, die in den Mönchsberg gehauen wurden. Sie dienten in der Antike als Einsiedeleien und Begräbnisstätten. Mozarts Schwester, das „Nannerl“ fand hier ihre letzte Ruhestätte.
Nach Beendigung der Stadtführung machten wir uns auf den Weg zur Stiftskirche St. Peter, um hier die hl. Messe zu feiern.
Pater Augustinus´ Predigt beinhaltete Danken und Loslassen, zwei  bedeutungsvolle Worte und er zitierte den Papst Benedikt: Wer glaubt, ist nie allein. - und verwies uns darauf, wie wichtig die Gemeinschaft ist.
 Musikalisch begleitete uns Hans auf der Klarinette – besser konnte es uns nicht gehen!
Anschließend fand die Kirchenführung durch Frater Jakob statt. In St. Peter existieren verschiedene Elemente, ursprünglich romanisch, später kam noch die Gotik und der Rokokostil hinzu.
Zum Schluss besichtigten wir noch mit Frater Jakob das Kloster, besuchten den  malerischen      
Der Klostergarten (wirkte auf uns wie ein Paradiesgarten) mit dem Kreuzweg. Die  gotische Klosterkirche diente ursprünglich als Bestattungsgruft, hier ist auch der Beichtvater Martin Luthers bestattet – Johann von Staupitz. Heute finden 4 x täglich für die Mönche Gebete statt.
Mit vielen Eindrücken ging es nun zurück zum Kolpinghaus, um dort zu Abend zu essen. (Ursula Winkler – Claudia Karger)

Kleines Tagebuch vom 2.Tag unserer Pilgerreise -Freitag, den 17.04.2015 - Salzburg nach Bad Reichenhall
Es ist Frühling - der Kuckucksruf der Okarina (gespielt von Hans) hat uns im Kolpinghaus in Salzburg geweckt. Der Tag beginnt mit einem guten Frühstück für den Leib. Im Andachtsraum empfangen wir dann die Stärkung für die Seele.
Mit Gedankenanstößen von Pater Augustinus z.B. Wie lautet mein persönliches Lebensmotto?
 Mit welchen Bildern würde ich im Augenblick mein Leben beschreiben? machten wir uns gegen 8.30 Uhr auf den Weg. Als Motto für den heutigen Tag haben wir erhalten: Freude am Leben! Es ist unser erster "richtiger" Pilgertag und wir freuen uns aufs Losgehen und Loslassen. Da wohl heute eindeutig einen Regentag ist, können wir gleich mit der entsprechenden Kleidung starten.
In der morgendlichen Ruhe, entlang der Salzach mit Blick auf die weißen Berggipfel marschieren wir schweigend los. Inzwischen ist der Regen kräftiger geworden und jeder Pilger trifft zum Schutz weitere Maßnahmen. Capes, Regenhüllen, Schirme - alles brauchen wir. Wir ziehen unsere Kapuzen ins Gesicht, schauen zu Boden und gehen vor uns hin.
Dabei entdecken wir, dass uns der Regen vom Blick nach außen mehr nach innen lenkt. Pater Augustinus "verordnet" uns auch immer wieder Schweigezeiten - das tut uns allen gut. Und wir bemerken, dass es auch in uns stiller wird. 5 Stunden gehen wir dahin - Zeiten der Stille und Zeiten des Austausches wechseln sich ab. In guten Gesprächen werden wir bereichert - mancher neuer Blickwinkel erschließt sich uns.
 Dem pulsierenden Leben der Innenstadt nähern wir uns mit jedem Schritt. Wir durchqueren das Zentrum, welches wir am Vortag ausgiebig
besichtigt hatten. Die Original Mozartkugeln kommen uns noch mal in den Sinn - ob wir noch die Möglichkeit haben welche zu probieren?  Die Zeit vergeht, schließlich haben wir die Stadt hinter uns gelassen und können in der Natur wandern.
Inzwischen haben wir den Walser-Berg erwandert und machen am Waldrand eine kleine Pause.  
In Großgmain in den Assisi Stuben gönnen wir uns schließlich einen Einkehrschwung mit gutem Kaffee oder warmer Suppe.
Hans spielt auf und wir singen ein paar Lieder. Gestärkt gehen wir nun unserem Ziel Bad Reichenhall entgegen. Wir sind sehr dankbar, dass wir in der Gruppe unterwegs sein können, aber auch dankbar, dass wir uns ohne Erklärung auch zurückziehen dürfen. Am Vorabend hatte Pater Augustinus verschiedene Psalmen, Gedichte o.ä. ausgelegt - jeder durfte sich etwas für ihn passendes aussuchen. In unserer abendlichen Gemeinschaftsrunde liest nun jeder seinen Text vor und lässt uns dazu an seinen Gedanken teilhaben. Wir singen und beten zusammen.
Wir halten uns an den Händen und bilden immer mehr eine Gemeinschaft.
Danach feiern wir noch einen Dank - Gottesdienst in der Klosterkirche St Zeno in Reichenhall.
Den Tag schließen wir mit einem fröhlichen Abendessen im Schwabenbräu ab.
 Dankbar gehen wir zu Bett - es war für alles gesorgt und wunderbar vorbereitet. Danke an Albert, unseren Wegbereiter - Danke an Pater Augustinus, unseren geistlichen Führer - Danke an Hans, unseren Musikanten -Danke an Jürgen, unseren Herrn der Bücher und danke an alle, die mit ihren Füßen und mit ihren Herzen mit auf dem Weg waren. (Marianne Waldleitner  und Ulli Klein)
Samstag den 18.04.2015, von Bad Reichenhall nach Oberteisendorf ca. 28km
Ein neuer Tag beginnt. Die Pilgergruppe traf  sich  zum gemeinsamen
Frühstück, es ist 6.45 Uhr. Von der Dachterrasse des Hotels haben wir eine
wunderbare Aussicht auf das Alpenland.  
Nach einem wunderschönen Pilgerfrühstück versammelten wir uns pünktlich
7.30 Uhr im Nebenraum des Foyers zur Morgenandacht
Nach Gebet und Tagesimpuls erbaten wir den Segen Gottes für den neuen Tag.
Mit Gottes Segen und Sonnenschein ging es auf den  Jakobsweg. Es war herrliches
Pilgerwetter. Ein Frühlingstag so schön, dass ich auf Worte verzichte
Der heutige Tagesimpuls von Pater Augustinus lautete – Unterwegs –
Um unterwegs zu sein, muss man sich auf den Weg machen.
So ging unsere Pilgergruppe um 8.00 Uhr los mit dem Herrn. Oft wissen wir nicht – Wohin? - .
Unser Weg hat ein Ziel und das ist nicht nur die heutige Tagesetappe Oberteisendorf.
Ich sage immer - jeder Weg braucht ein Ziel. Ohne Ziel sind wir wie eine Welle im Wasser rastlos, ruhelos, hin- und her geworfen und verschwinden im Nichts.
Wie sieht dein Weg aus?
Die ersten 60 Minuten gingen wir schweigend. Unser Pilgerfreund Albert führte uns wunderbar und sicher über den Jakobsweg. Das war wichtig.
So konnte man sich sorglos fallenlassen. Die Gedanken in der Stunde der Stille kamen und gingen. - Was sagt Gott - Mach deinen Geist nicht leer.
Dazu gibt es wunderbare Gleichnisse in der Bibel. Die Gedanken waren von verschiedener Art: Ein schöner Gedanke war  über Psalm 119.97 oder Psalm 1.3
Die glücklich ist ein Mensch, der Freude findet an den Weisungen des Herrn, der Tag und Nacht in seinem Gesetz liest  und darüber nachdenkt.
oder-       Markus 7   Es ist sinnlos, wie sie mich verehren; was sie lehren, sind Satzungen von             Menschen.  ... Und weiter sagte Jesus: sehr geschickt setzt ihr Gottes Gebote -  außer Kraft ...
Ein schweres Thema, da fällt mir nur noch Jes. 24.5 oder Matt. 24.12 ein.
Nach der Stunde der Stille gingen die Gespräche hin und her. Es war einfach nur
schön - der Frühling, die Pilgergemeinschaft, die Natur, die gemeinsamen Gebete und Lieder.
Pfarrkirche in Anger hoch auf dem Hügel. Von hier ging es nach Högelwörth.
Nach ca.3 Stunden war das ehemalige Kloster Höglwörth erreicht, ein Kleinod in Bayern.
Wie wohltuend sind gemeinsame Pilgerpausen bei Brotzeit und Kaffee.
Bald stellten sich die üblichen Pilgerbeschwerden ein. Die Fußsohlen fingen
an zu brennen, der erste Hinweis auf Blasen. Der Asphalt verlangte seinen Tribut.
Am Nachmittag um 15.30 Uhr erreichten wir die Bruder Klaus Kapelle.
Nach einer kleinen Andacht ging es weiter. Vor uns lagen noch 3 Stunden Fußmarsch.
Eine „Kleine“ sehr schöne  Einlage von Hans mit einem Musikfreund in Teisendorf auf dem Marktplatz.
Gegen 18 Uhr  war  das Tagesziel Oberteisendorf erreicht.
Die Übernachtung erfolgte in schönen Privat Quartieren.
Nach kurzer Pilgerfreizeit, wie Duschen, Fußpflege  usw., versammelten wir
uns in der Dorfkirche zur Messe - es war 19.00  Uhr.
Die Messe wurde von Pater Augustinus und Pilgerfreund Albert sehr schön
gestaltet.
Hans, ein Pilgerfreund aus Oberbayern, sorgte für die musikalische Umrahmung,
es war einfach nur schön ... Danke.
Nach der Messe ging es zum – nein - ins Gasthaus zum Hofwirt. Der Hofwirt ist eine gemütliche bayrische Gastwirtschaft. Nach einer kurzen Pilger-Tagesauswertung, in der wir alle unseren Dank für die gute Organisation und Betreuung an Pater Augustinus und  Bruder Albert ausgesprochen haben, gingen wir zum gemütlichen Teil über.
Mit dem Abendessen und guten Getränken ging ein gesegneter, erlebnisreicher und spannender Tag zu Ende. Danke für diesen Gnadentag.
(Pilgerfreund Jürgen Hänel)
 Schlusstag 19.04.2015 des Jakobswegs von Oberteisendorf nach Traunstein.
Obersteisendorf - ein sonniger mit herrlichem Frühstück beginnender Sonntagmorgen.
Mit strahlend blauem Himmel dazu ein stimmungsvolles Bild mit dem Raureif auf den Wiesen bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt.
Wir trafen uns aus unterschiedlichen Richtungen kommend, da die Unterbringung in mehreren Privatquartieren organisiert war.
 Gut eingestimmt ging es auf die letzten Kilometer Richtung Traunstein durch liebliche Landschaft mit Einzelhöfen und Weiler.

Ein besonderes Erlebnis war der kurze Aufenthalt am zeitweiligen Wohnsitz des späteren Papstes Benedikt in Hufschlag ganz nah bei Traunstein.
                    
Der weitere Weg führte durch die Stadt über den großzügig angelegten Marktplatz zum Bahnhof. Dank der guten Marschleistung stand genügend Zeit zur Erholung und Erfrischung zur Verfügung, zumal eine Zugverspätung gemeldet wurde - auch Privatbahnen sind nicht immer pünktlicher als die große Konkurrenz.
 Zum Schluss auf dem Bahnsteig: Abschiedssingen und persönliche Verabschiedung in der Hoffnung und Zuversicht auf Wohlergehen und auf ein Wiedersehen.   ( Ernst Eschborn)
  
Mit diesem Erinnerungsfoto endet das Tagebuch unserer Pilgerwallfahrt. Ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmer und Berichtserstatter.  Gottes Segen auf all Euren Wegen, Frohsinn und Gesundheit sei auch mit dabei.
Pilgerteam Pater Augustinus und  Albert Smykalla