Samstag, 28. November 2015

Wir sind Pilger auf der Suche nach Gott!



Tagebuch vom  Südost bayrischen Jakobsweg
Von St. Ottilien –Salzburg -  Bad  Reichenhall nach Traunstein
Vom 16.04. – 19.04.2015

      Der Auftakt 15/16.04. 2015
Für einige Teilnehmer begann es bereits am Vorabend  mit der Vesper in der Klosterkirche von St Ottilien und anschließendem gemeinsamen Abendessen im Emminger Hof. Da wegen des Gangs zum Bahnhof nach Geltendorf, auf Grund des zeitigen Abmarschs kein Frühstück im Exerzitienhaus möglich war, hatte Pater Augustinus in einem Gästezimmer des Klosters für Ersatz gesorgt. So gerüstet und mit  morgendlichem Sonnenschein eingestimmt traf man sich zur Abfahrt. Wie zu erwarten fanden sich einige bekannte Gesichter ein, mit den  „Unbekannten“ stellte sich nach dem Namenstausch rasch ein Gemeinschaftsgefühl ein, das mit dem
Morgenimpuls bestärkt wurde. Im Hbf. München war dann die Pilgergruppe für die Fahrt nach Salzburg vollzählig.
Besonders Eindrucksvoll zeigt sich im Verlauf  das schneebedeckte Alpenpanorama bei weiß – blauem Himmel: „ Gott mit Dir Du  Land der Bayern“
reichlich Sommerfrischler auf dem Weg zu sehen.
Die Stadtführung gestaltete sich sehr informativ und unterhaltsam, war mit reichlich „Salzburger
Schmäh untermalt, schließlich durch Stadtpflaster sowie auch Hitze anstrengend: Domplatz, Dom,Unser Salzburg Führer Aleksander
Mozartplatz, mit   dem Eckhaus als zeitweiligem Wohnsitz von Georg Trakl, Residenzplatz,
Getreidgasse, Mozarthaus seien als Merkpunkte zur Erinnerung genannt.
                                                                             
Stimmungsvoller Abschluss war der Gottesdienst in der Abteikirche St. Peter mit anschließender Kloster- Führung.
 Der Abend bot reichlich Gelegenheit beim gemeinsamen Abendessen und Gedankenaustausch den während des Nachmittags „aufgestauten“  Durst auszugleichen - und das nicht nur mit Grander Wasser.
Zusammenfassend: Ein gelungener Einstand für den kommenden Pilgerweg. (Ernst Eschborn)
Am 16.04.2015 starteten wir, 29 Pilgerinnen und Pilger, unter der geistlichen Begleitung von Pater Augustinus um 9.10 Uhr in Geltendorf mit dem Zug nach Salzburg.
 Vor der Abfahrt sangen wir das Lied „Vom Aufgang der Sonne …..“ und erhielten von Pater Augustinus den Pilgersegen. Als Zeichen unserer Gemeinschaft übergab er uns ein hölzernes Umhängekreuz – eine sehr schöne Geste.
Ein Großteil der Pilger kannte sich bereits von früheren Reisen; die Stimmung untereinander war von Beginn an besonders herzlich.
Salzburg
Wir bezogen unser erstes Quartier im Kolpinghaus; anschließend machten wir uns auf den Weg entlang der Salzach zum Dom.
Aufgrund des herrlichen Wetters genossen wir die traumhafte Gebirgs- und Stadtansicht (Mönchsberg, Festung Hohensalzburg, Müllner Pfarrkirche, Altstadtviertel, …).
Am Domplatz trafen wir Alexander (Stadtführer), der uns vorab auf die prachtvolle, aus weißem Marmor bestehende Fassade des Doms hinwies, die zur Festspielzeit als Kulisse für die Jedermann-
Aufführung dient. Anschließend Besichtigung des Salzburger Doms, der aus dem frühen Barock stammt und im Laufe seiner Geschichte mehrmals zerstört, wiederaufgebaut, vergrößert und erweitert wurde und heute ein Zeugnis von der Macht und Unabhängigkeit der Salzburger Erzbischöfe ablegt. Mozart wurde hier getauft und Joseph Mohr, der Textdichter von „Stille Nacht, heilige Nacht“.
Weiter ging es über den Residenzplatz (Erzbischof residiert hier) mit der größten barocken Brunnenanlage nördlich der Alpen.
Besonderes Flair: Pferdekutschen, die uns in dieser Altstadt in längst vergangene Zeiten versetzten.
Natürlich nicht fehlen durfte der Mozartplatz mit der Statue des berühmten Komponisten. Alexander erzählte uns, dass Mozart eigentlich zu seinem Geburtshaus blicken sollte. Nach dem Tod seiner Ehefrau Constanze, die damals noch in diesem Haus lebte, beschloss man allerdings, Mozarts Blick auf die Stadt Salzburg zu richten, also mit dem Rücken zum Geburtshaus. Unter dem Mozartplatz wurde anlässlich der Aufstellung ein großes römisches Mosaik geborgen, welches sich nun unterhalb der Statue befindet und auf dem in lateinisch steht: Hier wohnt das Glück, nichts Böses trete ein.
  Alexander verglich Mozart mit anderen Komponisten und kam zu dem Fazit: Trotz äußerst kurzer Lebenszeit Mozarts existiert von ihm eine gigantische Musiksammlung.
Vorbei am  großen Festspielhaus führte unser Rundgang durch die Altstadt an der Konditorei vorbei, die die Original-Mozartkugeln herstellt, welche lt. Alexander mit den herkömmlichen nicht zu vergleichen sind. Gleich gegenüber befindet sich das „Tomaselli“, das Cafe-Haus, in welchem Mozart gerne zu Gast war. Weiter ging es in die Getreidegasse, Salzburgs wohl berühmteste Einkaufsstraße. Die Bezeichnung der Getreidegasse hat eine eigenartige Wandlung durchgemacht von Trabe-, Trab-, Trav- Gasse (Traben des Pferdes) zu Trag-, Traid-, Getreid-Gasse, schließlich Getreidegasse. Die schmiedeisernen Zunftzeichen (ältesten: Schirme, Schneiderei), Altbauten und enge Straßen lassen das Gefühl aufkommen, das hier die Zeit stehen geblieben ist.
Nun durchquerten wir den Petersfriedhof   am Fuße der Burg und staunten über die Felswand mit den Katakomben, die in den Mönchsberg gehauen wurden. Sie dienten in der Antike als Einsiedeleien und Begräbnisstätten. Mozarts Schwester, das „Nannerl“ fand hier ihre letzte Ruhestätte.
Nach Beendigung der Stadtführung machten wir uns auf den Weg zur Stiftskirche St. Peter, um hier die hl. Messe zu feiern.
Pater Augustinus´ Predigt beinhaltete Danken und Loslassen, zwei  bedeutungsvolle Worte und er zitierte den Papst Benedikt: Wer glaubt, ist nie allein. - und verwies uns darauf, wie wichtig die Gemeinschaft ist.
 Musikalisch begleitete uns Hans auf der Klarinette – besser konnte es uns nicht gehen!
Anschließend fand die Kirchenführung durch Frater Jakob statt. In St. Peter existieren verschiedene Elemente, ursprünglich romanisch, später kam noch die Gotik und der Rokokostil hinzu.
Zum Schluss besichtigten wir noch mit Frater Jakob das Kloster, besuchten den  malerischen      
Der Klostergarten (wirkte auf uns wie ein Paradiesgarten) mit dem Kreuzweg. Die  gotische Klosterkirche diente ursprünglich als Bestattungsgruft, hier ist auch der Beichtvater Martin Luthers bestattet – Johann von Staupitz. Heute finden 4 x täglich für die Mönche Gebete statt.
Mit vielen Eindrücken ging es nun zurück zum Kolpinghaus, um dort zu Abend zu essen. (Ursula Winkler – Claudia Karger)

Kleines Tagebuch vom 2.Tag unserer Pilgerreise -Freitag, den 17.04.2015 - Salzburg nach Bad Reichenhall
Es ist Frühling - der Kuckucksruf der Okarina (gespielt von Hans) hat uns im Kolpinghaus in Salzburg geweckt. Der Tag beginnt mit einem guten Frühstück für den Leib. Im Andachtsraum empfangen wir dann die Stärkung für die Seele.
Mit Gedankenanstößen von Pater Augustinus z.B. Wie lautet mein persönliches Lebensmotto?
 Mit welchen Bildern würde ich im Augenblick mein Leben beschreiben? machten wir uns gegen 8.30 Uhr auf den Weg. Als Motto für den heutigen Tag haben wir erhalten: Freude am Leben! Es ist unser erster "richtiger" Pilgertag und wir freuen uns aufs Losgehen und Loslassen. Da wohl heute eindeutig einen Regentag ist, können wir gleich mit der entsprechenden Kleidung starten.
In der morgendlichen Ruhe, entlang der Salzach mit Blick auf die weißen Berggipfel marschieren wir schweigend los. Inzwischen ist der Regen kräftiger geworden und jeder Pilger trifft zum Schutz weitere Maßnahmen. Capes, Regenhüllen, Schirme - alles brauchen wir. Wir ziehen unsere Kapuzen ins Gesicht, schauen zu Boden und gehen vor uns hin.
Dabei entdecken wir, dass uns der Regen vom Blick nach außen mehr nach innen lenkt. Pater Augustinus "verordnet" uns auch immer wieder Schweigezeiten - das tut uns allen gut. Und wir bemerken, dass es auch in uns stiller wird. 5 Stunden gehen wir dahin - Zeiten der Stille und Zeiten des Austausches wechseln sich ab. In guten Gesprächen werden wir bereichert - mancher neuer Blickwinkel erschließt sich uns.
 Dem pulsierenden Leben der Innenstadt nähern wir uns mit jedem Schritt. Wir durchqueren das Zentrum, welches wir am Vortag ausgiebig
besichtigt hatten. Die Original Mozartkugeln kommen uns noch mal in den Sinn - ob wir noch die Möglichkeit haben welche zu probieren?  Die Zeit vergeht, schließlich haben wir die Stadt hinter uns gelassen und können in der Natur wandern.
Inzwischen haben wir den Walser-Berg erwandert und machen am Waldrand eine kleine Pause.  
In Großgmain in den Assisi Stuben gönnen wir uns schließlich einen Einkehrschwung mit gutem Kaffee oder warmer Suppe.
Hans spielt auf und wir singen ein paar Lieder. Gestärkt gehen wir nun unserem Ziel Bad Reichenhall entgegen. Wir sind sehr dankbar, dass wir in der Gruppe unterwegs sein können, aber auch dankbar, dass wir uns ohne Erklärung auch zurückziehen dürfen. Am Vorabend hatte Pater Augustinus verschiedene Psalmen, Gedichte o.ä. ausgelegt - jeder durfte sich etwas für ihn passendes aussuchen. In unserer abendlichen Gemeinschaftsrunde liest nun jeder seinen Text vor und lässt uns dazu an seinen Gedanken teilhaben. Wir singen und beten zusammen.
Wir halten uns an den Händen und bilden immer mehr eine Gemeinschaft.
Danach feiern wir noch einen Dank - Gottesdienst in der Klosterkirche St Zeno in Reichenhall.
Den Tag schließen wir mit einem fröhlichen Abendessen im Schwabenbräu ab.
 Dankbar gehen wir zu Bett - es war für alles gesorgt und wunderbar vorbereitet. Danke an Albert, unseren Wegbereiter - Danke an Pater Augustinus, unseren geistlichen Führer - Danke an Hans, unseren Musikanten -Danke an Jürgen, unseren Herrn der Bücher und danke an alle, die mit ihren Füßen und mit ihren Herzen mit auf dem Weg waren. (Marianne Waldleitner  und Ulli Klein)
Samstag den 18.04.2015, von Bad Reichenhall nach Oberteisendorf ca. 28km
Ein neuer Tag beginnt. Die Pilgergruppe traf  sich  zum gemeinsamen
Frühstück, es ist 6.45 Uhr. Von der Dachterrasse des Hotels haben wir eine
wunderbare Aussicht auf das Alpenland.  
Nach einem wunderschönen Pilgerfrühstück versammelten wir uns pünktlich
7.30 Uhr im Nebenraum des Foyers zur Morgenandacht
Nach Gebet und Tagesimpuls erbaten wir den Segen Gottes für den neuen Tag.
Mit Gottes Segen und Sonnenschein ging es auf den  Jakobsweg. Es war herrliches
Pilgerwetter. Ein Frühlingstag so schön, dass ich auf Worte verzichte
Der heutige Tagesimpuls von Pater Augustinus lautete – Unterwegs –
Um unterwegs zu sein, muss man sich auf den Weg machen.
So ging unsere Pilgergruppe um 8.00 Uhr los mit dem Herrn. Oft wissen wir nicht – Wohin? - .
Unser Weg hat ein Ziel und das ist nicht nur die heutige Tagesetappe Oberteisendorf.
Ich sage immer - jeder Weg braucht ein Ziel. Ohne Ziel sind wir wie eine Welle im Wasser rastlos, ruhelos, hin- und her geworfen und verschwinden im Nichts.
Wie sieht dein Weg aus?
Die ersten 60 Minuten gingen wir schweigend. Unser Pilgerfreund Albert führte uns wunderbar und sicher über den Jakobsweg. Das war wichtig.
So konnte man sich sorglos fallenlassen. Die Gedanken in der Stunde der Stille kamen und gingen. - Was sagt Gott - Mach deinen Geist nicht leer.
Dazu gibt es wunderbare Gleichnisse in der Bibel. Die Gedanken waren von verschiedener Art: Ein schöner Gedanke war  über Psalm 119.97 oder Psalm 1.3
Die glücklich ist ein Mensch, der Freude findet an den Weisungen des Herrn, der Tag und Nacht in seinem Gesetz liest  und darüber nachdenkt.
oder-       Markus 7   Es ist sinnlos, wie sie mich verehren; was sie lehren, sind Satzungen von             Menschen.  ... Und weiter sagte Jesus: sehr geschickt setzt ihr Gottes Gebote -  außer Kraft ...
Ein schweres Thema, da fällt mir nur noch Jes. 24.5 oder Matt. 24.12 ein.
Nach der Stunde der Stille gingen die Gespräche hin und her. Es war einfach nur
schön - der Frühling, die Pilgergemeinschaft, die Natur, die gemeinsamen Gebete und Lieder.
Pfarrkirche in Anger hoch auf dem Hügel. Von hier ging es nach Högelwörth.
Nach ca.3 Stunden war das ehemalige Kloster Höglwörth erreicht, ein Kleinod in Bayern.
Wie wohltuend sind gemeinsame Pilgerpausen bei Brotzeit und Kaffee.
Bald stellten sich die üblichen Pilgerbeschwerden ein. Die Fußsohlen fingen
an zu brennen, der erste Hinweis auf Blasen. Der Asphalt verlangte seinen Tribut.
Am Nachmittag um 15.30 Uhr erreichten wir die Bruder Klaus Kapelle.
Nach einer kleinen Andacht ging es weiter. Vor uns lagen noch 3 Stunden Fußmarsch.
Eine „Kleine“ sehr schöne  Einlage von Hans mit einem Musikfreund in Teisendorf auf dem Marktplatz.
Gegen 18 Uhr  war  das Tagesziel Oberteisendorf erreicht.
Die Übernachtung erfolgte in schönen Privat Quartieren.
Nach kurzer Pilgerfreizeit, wie Duschen, Fußpflege  usw., versammelten wir
uns in der Dorfkirche zur Messe - es war 19.00  Uhr.
Die Messe wurde von Pater Augustinus und Pilgerfreund Albert sehr schön
gestaltet.
Hans, ein Pilgerfreund aus Oberbayern, sorgte für die musikalische Umrahmung,
es war einfach nur schön ... Danke.
Nach der Messe ging es zum – nein - ins Gasthaus zum Hofwirt. Der Hofwirt ist eine gemütliche bayrische Gastwirtschaft. Nach einer kurzen Pilger-Tagesauswertung, in der wir alle unseren Dank für die gute Organisation und Betreuung an Pater Augustinus und  Bruder Albert ausgesprochen haben, gingen wir zum gemütlichen Teil über.
Mit dem Abendessen und guten Getränken ging ein gesegneter, erlebnisreicher und spannender Tag zu Ende. Danke für diesen Gnadentag.
(Pilgerfreund Jürgen Hänel)
 Schlusstag 19.04.2015 des Jakobswegs von Oberteisendorf nach Traunstein.
Obersteisendorf - ein sonniger mit herrlichem Frühstück beginnender Sonntagmorgen.
Mit strahlend blauem Himmel dazu ein stimmungsvolles Bild mit dem Raureif auf den Wiesen bei Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt.
Wir trafen uns aus unterschiedlichen Richtungen kommend, da die Unterbringung in mehreren Privatquartieren organisiert war.
 Gut eingestimmt ging es auf die letzten Kilometer Richtung Traunstein durch liebliche Landschaft mit Einzelhöfen und Weiler.

Ein besonderes Erlebnis war der kurze Aufenthalt am zeitweiligen Wohnsitz des späteren Papstes Benedikt in Hufschlag ganz nah bei Traunstein.
                    
Der weitere Weg führte durch die Stadt über den großzügig angelegten Marktplatz zum Bahnhof. Dank der guten Marschleistung stand genügend Zeit zur Erholung und Erfrischung zur Verfügung, zumal eine Zugverspätung gemeldet wurde - auch Privatbahnen sind nicht immer pünktlicher als die große Konkurrenz.
 Zum Schluss auf dem Bahnsteig: Abschiedssingen und persönliche Verabschiedung in der Hoffnung und Zuversicht auf Wohlergehen und auf ein Wiedersehen.   ( Ernst Eschborn)
  
Mit diesem Erinnerungsfoto endet das Tagebuch unserer Pilgerwallfahrt. Ein herzliches Dankeschön an alle Teilnehmer und Berichtserstatter.  Gottes Segen auf all Euren Wegen, Frohsinn und Gesundheit sei auch mit dabei.
Pilgerteam Pater Augustinus und  Albert Smykalla