Tagebuch vom Südost bayrischen Jakobsweg
Von St. Ottilien –Salzburg
- Bad
Reichenhall nach Traunstein
Vom 16.04. – 19.04.2015
Der Auftakt 15/16.04. 2015
Für einige Teilnehmer begann es bereits am Vorabend mit der Vesper in der Klosterkirche von St
Ottilien und anschließendem gemeinsamen Abendessen im Emminger Hof. Da wegen
des Gangs zum Bahnhof nach Geltendorf, auf Grund des zeitigen Abmarschs kein
Frühstück im Exerzitienhaus möglich war, hatte Pater Augustinus in einem
Gästezimmer des Klosters für Ersatz gesorgt. So gerüstet und mit morgendlichem Sonnenschein eingestimmt traf
man sich zur Abfahrt. Wie zu erwarten fanden sich einige bekannte Gesichter
ein, mit den „Unbekannten“ stellte sich
nach dem Namenstausch rasch ein Gemeinschaftsgefühl ein, das mit dem
Morgenimpuls bestärkt wurde. Im Hbf. München war dann die
Pilgergruppe für die Fahrt nach Salzburg vollzählig.
Besonders Eindrucksvoll
zeigt sich im Verlauf das schneebedeckte
Alpenpanorama bei weiß – blauem Himmel: „ Gott mit Dir Du Land der Bayern“
reichlich Sommerfrischler auf dem Weg zu sehen.
Die Stadtführung gestaltete sich sehr informativ und
unterhaltsam, war mit reichlich „Salzburger
Schmäh untermalt, schließlich durch Stadtpflaster sowie
auch Hitze anstrengend: Domplatz, Dom,Unser Salzburg Führer Aleksander
Mozartplatz, mit
dem Eckhaus als zeitweiligem Wohnsitz von Georg Trakl, Residenzplatz,
Getreidgasse, Mozarthaus seien als Merkpunkte zur
Erinnerung genannt.
Stimmungsvoller Abschluss war der Gottesdienst in der
Abteikirche St. Peter mit anschließender Kloster- Führung.
Der Abend bot
reichlich Gelegenheit beim gemeinsamen Abendessen und Gedankenaustausch den
während des Nachmittags „aufgestauten“
Durst auszugleichen - und das nicht nur mit Grander Wasser.
Zusammenfassend: Ein gelungener Einstand für den
kommenden Pilgerweg. (Ernst Eschborn)
Am 16.04.2015 starteten wir, 29 Pilgerinnen und Pilger,
unter der geistlichen Begleitung von Pater Augustinus um 9.10 Uhr in Geltendorf
mit dem Zug nach Salzburg.
Vor der Abfahrt sangen wir das Lied „Vom Aufgang der
Sonne …..“ und erhielten von Pater Augustinus den Pilgersegen. Als Zeichen
unserer Gemeinschaft übergab er uns ein hölzernes Umhängekreuz – eine sehr
schöne Geste.
Ein Großteil der Pilger kannte sich bereits von früheren
Reisen; die Stimmung untereinander war von Beginn an besonders herzlich.
Salzburg
Wir bezogen unser erstes Quartier im Kolpinghaus;
anschließend machten wir uns auf den Weg entlang der Salzach zum Dom.
Aufgrund des herrlichen Wetters genossen wir die
traumhafte Gebirgs- und Stadtansicht (Mönchsberg, Festung Hohensalzburg,
Müllner Pfarrkirche, Altstadtviertel, …).
Am Domplatz trafen wir Alexander (Stadtführer), der uns
vorab auf die prachtvolle, aus weißem Marmor bestehende Fassade des Doms
hinwies, die zur Festspielzeit als Kulisse für die Jedermann-
Aufführung dient. Anschließend Besichtigung des
Salzburger Doms, der aus dem frühen Barock stammt und im Laufe seiner
Geschichte mehrmals zerstört, wiederaufgebaut, vergrößert und erweitert wurde
und heute ein Zeugnis von der Macht und Unabhängigkeit der Salzburger
Erzbischöfe ablegt. Mozart wurde hier getauft und Joseph Mohr, der Textdichter
von „Stille Nacht, heilige Nacht“.
Weiter ging es über den Residenzplatz (Erzbischof
residiert hier) mit der größten barocken Brunnenanlage nördlich der Alpen.
Besonderes Flair: Pferdekutschen, die uns in dieser
Altstadt in längst vergangene Zeiten versetzten.
Natürlich nicht fehlen durfte der Mozartplatz mit der
Statue des berühmten Komponisten. Alexander erzählte uns, dass Mozart eigentlich
zu seinem Geburtshaus blicken sollte. Nach dem Tod seiner Ehefrau Constanze,
die damals noch in diesem Haus lebte, beschloss man allerdings, Mozarts Blick
auf die Stadt Salzburg zu richten, also mit dem Rücken zum Geburtshaus. Unter
dem Mozartplatz wurde anlässlich der Aufstellung ein großes römisches Mosaik
geborgen, welches sich nun unterhalb der Statue befindet und auf dem in
lateinisch steht: Hier wohnt das Glück, nichts Böses trete ein.
Alexander verglich
Mozart mit anderen Komponisten und kam zu dem Fazit: Trotz äußerst kurzer
Lebenszeit Mozarts existiert von ihm eine gigantische Musiksammlung.
Vorbei am großen
Festspielhaus führte unser Rundgang durch die Altstadt an der Konditorei
vorbei, die die Original-Mozartkugeln herstellt, welche lt. Alexander mit den
herkömmlichen nicht zu vergleichen sind. Gleich gegenüber befindet sich das
„Tomaselli“, das Cafe-Haus, in welchem Mozart gerne zu Gast war. Weiter ging es
in die Getreidegasse, Salzburgs wohl berühmteste Einkaufsstraße. Die Bezeichnung
der Getreidegasse hat eine eigenartige Wandlung durchgemacht von Trabe-, Trab-,
Trav- Gasse (Traben des Pferdes) zu Trag-, Traid-, Getreid-Gasse, schließlich
Getreidegasse. Die schmiedeisernen Zunftzeichen (ältesten: Schirme,
Schneiderei), Altbauten und enge Straßen lassen das Gefühl aufkommen, das hier
die Zeit stehen geblieben ist.
Nach Beendigung der Stadtführung machten wir uns auf den
Weg zur Stiftskirche St. Peter, um hier die hl. Messe zu feiern.
Pater Augustinus´ Predigt beinhaltete Danken und
Loslassen, zwei bedeutungsvolle Worte
und er zitierte den Papst Benedikt: Wer glaubt, ist nie allein. - und verwies
uns darauf, wie wichtig die Gemeinschaft ist.
Musikalisch
begleitete uns Hans auf der Klarinette – besser konnte es uns nicht gehen!
Anschließend fand die Kirchenführung durch Frater Jakob
statt. In St. Peter existieren verschiedene Elemente, ursprünglich romanisch,
später kam noch die Gotik und der Rokokostil hinzu.
Zum Schluss besichtigten wir noch mit Frater Jakob das
Kloster, besuchten den malerischen
Der Klostergarten (wirkte auf uns wie ein Paradiesgarten)
mit dem Kreuzweg. Die gotische
Klosterkirche diente ursprünglich als Bestattungsgruft, hier ist auch der
Beichtvater Martin Luthers bestattet – Johann von Staupitz. Heute finden 4 x
täglich für die Mönche Gebete statt.
Mit vielen Eindrücken ging es nun zurück zum Kolpinghaus,
um dort zu Abend zu essen. (Ursula Winkler – Claudia Karger)
Kleines Tagebuch vom 2.Tag unserer Pilgerreise -Freitag,
den 17.04.2015 - Salzburg nach Bad Reichenhall
Es ist Frühling - der Kuckucksruf der Okarina (gespielt
von Hans) hat uns im Kolpinghaus in Salzburg geweckt. Der Tag beginnt mit einem
guten Frühstück für den Leib. Im Andachtsraum empfangen wir dann die Stärkung
für die Seele.
Mit Gedankenanstößen von Pater Augustinus z.B. Wie lautet
mein persönliches Lebensmotto?
Mit welchen
Bildern würde ich im Augenblick mein Leben beschreiben? machten wir uns gegen
8.30 Uhr auf den Weg. Als Motto für den heutigen Tag haben wir erhalten: Freude
am Leben! Es ist unser erster "richtiger" Pilgertag und wir freuen
uns aufs Losgehen und Loslassen. Da wohl heute eindeutig einen Regentag ist,
können wir gleich mit der entsprechenden Kleidung starten.
In der morgendlichen Ruhe, entlang der Salzach mit Blick
auf die weißen Berggipfel marschieren wir schweigend los. Inzwischen ist der
Regen kräftiger geworden und jeder Pilger trifft zum Schutz weitere Maßnahmen.
Capes, Regenhüllen, Schirme - alles brauchen wir. Wir ziehen unsere Kapuzen ins
Gesicht, schauen zu Boden und gehen vor uns hin.
Dabei entdecken wir, dass uns der Regen vom Blick nach
außen mehr nach innen lenkt. Pater Augustinus "verordnet" uns auch
immer wieder Schweigezeiten - das tut uns allen gut. Und wir bemerken, dass es
auch in uns stiller wird. 5 Stunden gehen wir dahin - Zeiten der Stille und
Zeiten des Austausches wechseln sich ab. In guten Gesprächen werden wir
bereichert - mancher neuer Blickwinkel erschließt sich uns.
Dem pulsierenden
Leben der Innenstadt nähern wir uns mit jedem Schritt. Wir durchqueren das
Zentrum, welches wir am Vortag ausgiebig
besichtigt hatten. Die Original Mozartkugeln kommen uns
noch mal in den Sinn - ob wir noch die Möglichkeit haben welche zu probieren? Die Zeit vergeht, schließlich haben wir die
Stadt hinter uns gelassen und können in der Natur wandern.
Inzwischen haben wir den Walser-Berg erwandert und machen
am Waldrand eine kleine Pause.
In Großgmain in den Assisi Stuben gönnen wir uns
schließlich einen Einkehrschwung mit gutem Kaffee oder warmer Suppe.
Hans spielt auf und wir singen ein paar Lieder. Gestärkt
gehen wir nun unserem Ziel Bad Reichenhall entgegen. Wir sind sehr dankbar,
dass wir in der Gruppe unterwegs sein können, aber auch dankbar, dass wir uns
ohne Erklärung auch zurückziehen dürfen. Am Vorabend hatte Pater Augustinus
verschiedene Psalmen, Gedichte o.ä. ausgelegt - jeder durfte sich etwas für ihn
passendes aussuchen. In unserer abendlichen Gemeinschaftsrunde liest nun jeder
seinen Text vor und lässt uns dazu an seinen Gedanken teilhaben. Wir singen und
beten zusammen.
Wir halten uns an den Händen und bilden immer mehr eine Gemeinschaft.
Danach feiern wir noch einen Dank - Gottesdienst in der
Klosterkirche St Zeno in Reichenhall.
Den Tag schließen wir mit einem fröhlichen Abendessen im
Schwabenbräu ab.
Dankbar gehen wir
zu Bett - es war für alles gesorgt und wunderbar vorbereitet. Danke an Albert,
unseren Wegbereiter - Danke an Pater Augustinus, unseren geistlichen Führer -
Danke an Hans, unseren Musikanten -Danke an Jürgen, unseren Herrn der Bücher
und danke an alle, die mit ihren Füßen und mit ihren Herzen mit auf dem Weg
waren. (Marianne Waldleitner
und Ulli Klein)
Samstag den 18.04.2015, von Bad Reichenhall nach
Oberteisendorf ca. 28km
Ein neuer Tag beginnt. Die Pilgergruppe traf sich
zum gemeinsamen
Frühstück, es ist 6.45 Uhr. Von der Dachterrasse des
Hotels haben wir eine
wunderbare Aussicht auf das Alpenland.
Nach einem wunderschönen Pilgerfrühstück versammelten wir
uns pünktlich
7.30 Uhr im Nebenraum des Foyers zur Morgenandacht
Nach Gebet und Tagesimpuls erbaten wir den Segen Gottes
für den neuen Tag.
Mit Gottes Segen und Sonnenschein ging es auf den Jakobsweg. Es war herrliches
Pilgerwetter. Ein Frühlingstag so schön, dass ich auf
Worte verzichte
Der heutige Tagesimpuls von Pater Augustinus lautete –
Unterwegs –
Um unterwegs zu sein, muss man sich auf den Weg machen.
So ging unsere Pilgergruppe um 8.00 Uhr los mit dem
Herrn. Oft wissen wir nicht – Wohin? - .
Unser Weg hat ein Ziel und das ist nicht nur die heutige
Tagesetappe Oberteisendorf.
Ich sage immer - jeder Weg braucht ein Ziel. Ohne Ziel
sind wir wie eine Welle im Wasser rastlos, ruhelos, hin- und her geworfen und
verschwinden im Nichts.
Wie sieht dein Weg aus?
Die ersten 60 Minuten gingen wir schweigend. Unser
Pilgerfreund Albert führte uns wunderbar und sicher über den Jakobsweg. Das war
wichtig.
So konnte man sich sorglos fallenlassen. Die Gedanken in
der Stunde der Stille kamen und gingen. - Was sagt Gott - Mach deinen Geist
nicht leer.
Dazu gibt es wunderbare Gleichnisse in der Bibel. Die
Gedanken waren von verschiedener Art: Ein schöner Gedanke war
über Psalm 119.97 oder Psalm 1.3
Die glücklich ist ein Mensch, der Freude findet an den
Weisungen des Herrn, der Tag und Nacht in seinem Gesetz liest und darüber nachdenkt.
oder- Markus
7 Es ist sinnlos, wie sie mich
verehren; was sie lehren, sind Satzungen von Menschen. ... Und weiter sagte Jesus: sehr geschickt
setzt ihr Gottes Gebote - außer Kraft
...
Ein schweres Thema, da fällt mir nur noch Jes. 24.5 oder
Matt. 24.12 ein.
Nach der Stunde der Stille gingen die Gespräche hin und
her. Es war einfach nur
schön - der Frühling, die Pilgergemeinschaft, die Natur,
die gemeinsamen Gebete und Lieder.
Pfarrkirche in Anger hoch auf dem Hügel. Von hier ging es
nach Högelwörth.
Nach ca.3 Stunden war das ehemalige Kloster Höglwörth erreicht, ein Kleinod in Bayern.
Wie wohltuend sind gemeinsame Pilgerpausen bei Brotzeit und
Kaffee.
Bald stellten sich die üblichen Pilgerbeschwerden ein.
Die Fußsohlen fingen
an zu brennen, der erste Hinweis auf Blasen. Der Asphalt
verlangte seinen Tribut.
Am Nachmittag um 15.30 Uhr erreichten wir die Bruder
Klaus Kapelle.
Nach einer kleinen Andacht ging es weiter. Vor uns lagen
noch 3 Stunden Fußmarsch.
Eine „Kleine“ sehr schöne
Einlage von Hans mit einem Musikfreund in Teisendorf auf dem Marktplatz.
Gegen 18 Uhr
war das Tagesziel Oberteisendorf
erreicht.
Die Übernachtung erfolgte in schönen Privat Quartieren.
Nach kurzer Pilgerfreizeit, wie Duschen, Fußpflege usw., versammelten wir
uns in der Dorfkirche zur Messe - es war 19.00 Uhr.
Die Messe wurde von Pater Augustinus und Pilgerfreund
Albert sehr schön
gestaltet.
Hans, ein Pilgerfreund aus Oberbayern, sorgte für die
musikalische Umrahmung,
es war einfach nur schön ... Danke.
Nach der Messe ging es zum – nein - ins Gasthaus zum
Hofwirt. Der Hofwirt ist eine gemütliche bayrische Gastwirtschaft. Nach einer
kurzen Pilger-Tagesauswertung, in der wir alle unseren Dank für die gute
Organisation und Betreuung an Pater Augustinus und Bruder Albert ausgesprochen haben, gingen wir
zum gemütlichen Teil über.
Mit dem Abendessen und guten Getränken ging ein
gesegneter, erlebnisreicher und spannender Tag zu Ende. Danke für diesen
Gnadentag.
(Pilgerfreund Jürgen Hänel)
Schlusstag 19.04.2015
des Jakobswegs von Oberteisendorf nach Traunstein.
Obersteisendorf - ein
sonniger mit herrlichem Frühstück beginnender Sonntagmorgen.
Mit strahlend blauem
Himmel dazu ein stimmungsvolles Bild mit dem
Raureif auf den Wiesen bei Temperaturen
knapp über dem Gefrierpunkt.
Wir trafen uns aus
unterschiedlichen Richtungen kommend, da die Unterbringung in mehreren
Privatquartieren organisiert war.
Gut eingestimmt ging es
auf die letzten Kilometer Richtung Traunstein durch liebliche Landschaft mit
Einzelhöfen und Weiler.
Ein besonderes Erlebnis
war der kurze Aufenthalt am zeitweiligen Wohnsitz des späteren Papstes Benedikt
in Hufschlag ganz nah bei Traunstein.
Der weitere Weg führte
durch die Stadt über den großzügig angelegten Marktplatz zum Bahnhof. Dank der
guten Marschleistung stand genügend Zeit zur Erholung und Erfrischung zur
Verfügung, zumal eine Zugverspätung gemeldet wurde - auch Privatbahnen sind
nicht immer pünktlicher als die große Konkurrenz.
Zum Schluss auf dem
Bahnsteig: Abschiedssingen und persönliche Verabschiedung in der Hoffnung und
Zuversicht auf Wohlergehen und auf ein Wiedersehen. ( Ernst Eschborn)
Mit diesem Erinnerungsfoto
endet das Tagebuch unserer Pilgerwallfahrt. Ein herzliches Dankeschön an alle
Teilnehmer und Berichtserstatter. Gottes
Segen auf all Euren Wegen, Frohsinn und Gesundheit sei auch mit dabei.
Pilgerteam Pater
Augustinus und Albert Smykalla
